Von Frauen für Frauen

Das Gynäkologische Krebszentrum Wesel am Evangelischen Krankenhaus ist ein Zusammenschluss anerkannter Experten des Evangelischen Krankenhauses Wesel und weiterer externer Praxen wiebeispielsweise Hämatologen, Onkologen, Pathologen, Chirurgen, der Strahlentherapie Wesel sowie anderer therapeutischer Leistungserbringer, die eine spezialisierte, abgestimmte und patientenorientierte Behandlung nach neuesten wissenschaftlichen Leitlinien bei gynäkologischen Tumore sicherstellen.

 

Zudem nehmen die behandelnden Ärzte am hiesigen Standort an der online-Tumorkonferenz der Charité Berlin  teil.

 

Das Ziel des Gynäkologischen Krebszentrums ist, erkrankten Frauen die bestmögliche Beratungs-, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung zu stellen.

 

Auch im Rahmen der medizinischen Vortragsreihe Gesundheitskompass Niederrhein gibt es für Betroffene regelmäßig Information, Rat und Hilfe. 

 

Diagnostik und Therapie bösartiger Unterleibserkrankungen

Endometriumkarzinom

Eine unerwartete Blutung ist bei Frauen die altersbedingt keine Periode mehr haben häufig das erste Symptom einer bösartigen Veränderung der Gebärmutterschleimhaut. 

 

Dieses Frühsymptom führt dazu, dass die Erkrankung oft in einem gut therapierbaren Stadium erkannt wird. Zur Sicherung der Diagnose werden eine Spiegelung der Gebärmutter und eine Ausschabung durchgeführt.  Bei der Aufarbeitung des Gewebes wird nicht nur die Diagnose der Bösartigkeit gestellt, sondern mit modernsten Untersuchungsmethoden auch eine Aussage zur notwendigen Therapie getroffen. Meist ist die Therapie minimalinvasiv per Bauchspiegelung planbar.

 

Bei Veränderungen mit einer sehr guten Prognose reicht die die Entfernung der Gebärmutter und der Eierstöcke über eine Bauchspiegelung aus. Veränderungen mit einem höheren Risiko benötigen die Entfernung der Lymphknoten im Beckenbereich und über der Bauchschlagader bis auf die Höhe der Nieren. Aufgrund unserer hohen endoskopischen Expertise (MIC III der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Endoskopie) ist auch dieser Eingriff per Bauchspiegelung minimal-invasiv möglich. Dieses Vorgehen führt zu einer deutlich schnelleren postoperativen Erholung und hat weniger postoperative Komplikationen als bei einem Längsschnitt, der bis weit oberhalb des Nabels geführt werden müsste.

 

Nach endgültiger Aufarbeitung des Gewebes erfolgt die Bewertung der Ergebnisse in unserer Tumorkonferenz.

 

Manchmal ist es zur Sicherheit notwendig, eine Chemotherapie, oder eine Bestrahlung durchzuführen. Beides kann Hand in Hand in unserem Haus geplant und durchgeführt werden. Wir werden alle Ergebnisse und therapeutischen Möglichkeiten mit ihnen offen kommunizieren und diskutieren, um gemeinsam den bestmöglichen Weg für sie zu finden

Vulvakarzinom

Das Vulvakarzinom, also die bösartige Veränderung der Haut im Bereich der Schamlippen war früher meist die Erkrankung einer älteren Frau.

 

Heute ist aufgrund fortschreitender HPV-Infektion das Erkrankungsalter deutlich niedriger.  Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen werden häufig schon die Vorstufen entdeckt, die dann in unserer Dysplasiesprechstunde weiter abgeklärt werden können. Mit Lasertherapie oder mit kleinen operativen Eingriffen können diese Veränderungen sicher entfernt werden. So wird Schlimmerem vorgebeugt.

Sollte es doch zu einer bösartigen Veränderungen gekommen sein, kann mit modernsten Operationstechniken die Entfernung erfolgen. Unser Ziel ist ein kosmetisch und funktionell gutes Ergebnis.

 

Durch solche modernen Operationsverfahren ist es in speziellen Situationen möglich,  die Klitoris, das heißt den Kitzler zu erhalten. Durch plastische und wiederherstellende Techniken besteht nach der Operation meist  die Möglichkeit wieder sexuell verkehren zu können. Um Lymphstauungen in den Beinen zu vermeiden entfernen wir zu Beginn der Operation nur den Wächterlymphknoten. Dieser Lymphknoten gibt Auskunft, ob andere Lymphknoten in den Leisten befallen sein könnten. Ist er unauffällig, wird keine weitere Operation in den Leisten durchgeführt. Damit sinkt das Risiko für einen Lymphstau in den Beinen deutlich.

 

Bei größeren bösartigen Veränderungen im fortgeschrittenen Stadium arbeiten wir interdisziplinär sehr eng zusammen. Die Strahlentherapie Wesel am Hause, die onkologische Tagesklinik und die anderen Fachabteilungen unseres Hauses sind da wichtige und gute Kooperationspartner.

 

 

Vorbeugung:

Lassen Sie Ihre Kinder gegen HPV Viren impfen. Gehen Sie egelmäßig zur Krebsvorsorge in die Gynäkologische Praxis.

Verschleppen Sie keine Veränderung, die Sie an Ihrem Körper wahrgenommen haben

Zervixkarzinom

Das Zervixkarzinom ist ein meist durch HPV Viren verursachter bösartiger Tumor im Bereich des Muttermundes und des Gebärmutterhalses . In Entwicklungsländern gehört diese Erkrankung zahlenmäßig noch vor dem Brustkrebs zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen der Frauen.

 

Durch das Angebot von guten Vorsorgeuntersuchungen und einer Impfung gegen HPV Viren konnte in Ländern wie Deutschland der Gebärmutterhalskrebs massiv zurückgedrängt werden und ist mittlerweile eine eher seltene Krebserkrankung.

 

Vorstufen können bei einem auffälligen Krebsvorsorgeabstrich in unserer Dysplasiesprechstunde qualifiziert abgeklärt werden. Ergibt sich bei der Untersuchung ein bösartiger Befund, erfolgt die Therapieplanung in Anlehnung an die aktuellsten wissenschaftlichen Leitlinien.

 

In den frühen Stadien ist meist eine Operation ausreichend und die Heilungschancen sind gut. Wir bieten unseren Patientinnen ein abgestuftes Vorgehen an. Bei kleinen Tumoren reicht die Darstellung des Wächterlymphknotens im Beckenbereich. Dies kann per Bauchspiegelung erfolgen und ist minimalinvasiv. Ist der Wächterlymphknoten unauffällig, können die übrigen Lymphknoten im Beckenraum belassen werden, sodass das Risiko für Lymphödeme der Beine minimal ist. Ist der Tumor größer als 2 cm, werden über die Bauchspiegelung die Lymphknoten im Beckenbereich entfernt und während der Operation durch die Pathologie untersucht. Sind die Lymphknoten unauffällig kann der Patientin eine Bestrahlung erspart werden. Der weitere Operationsverlauf erfolgt aufgrund aktueller Studienlage per Bauchschnitt. Da die Lymphknoten bereits per Bauchspiegelung entfernt wurden, kann dieser Bauchschnitt als Bikinischnitt erfolgen. Dies ist kosmetisch und heilungstechnisch deutlich besser, als ein großer Längsschnitt bis oberhalb des Nabels

Die Entfernung der Gebärmutter erfolgt unter Mitnahme des Aufhängeapparates der Gebärmutter. Unsere Operationsverfahren sind nervenschonend,  sodass nach Möglichkeit die Funktionen der Sexualität, Blasenentleerung und Darmentleerung erhalten bleiben. Ergibt sich aus den Untersuchungen zur Therapieplanung, oder während der Operation die Notwendigkeit einer Bestrahlung in Kombination mit einer Chemotherapie, wird die Gebärmutter belassen. Es gibt keinen zusätzlichen Nutzen die Gebärmutter in Kombination mit der Bestrahlung zu entfernen, aber es gibt eine deutlich höhere Komplikationsrate bei einer solchen Kombination. Die Kombination aus Gebärmutterentfernung und Bestrahlung ist also nach Möglichkeit zu vermeiden. Bei der Therapieplanung arbeiten wir eng mit der Strahlentherapie am Haus und der onkologischen Tagesklinik zusammen. Durch eine gute fachliche und operative Expertise,  sowie eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit, sind die Heilungschancen in den frühen Stadien sehr gut.

Dysplasiesprechstunde

Auffällige Zellabstriche



Aufsichtmikroskop (Kolposkop)

Gewebeveränderungen am
Gebärmutterhals, in der Scheide
oder am Schambereich können
harmlos sein, oder aber auch
Ausdruck einer bösartigen
Erkrankung. Ein Zellabstrich (PAP),
der im Rahmen der gynäkologischen
Krebsvorsorge gemacht wird,
kann auf solche Auffälligkeiten oder
Krebsvorstufen hinweisen.
Frauenärzt*innen bezeichnen diese
als Dysplasie. Bestimmte Viren, die
Humanen Papillom Viren (HPV) sind
meistens die Ursache dafür. Je nach
Grad der Veränderungen, werden
individuelle Therapieempfehlungen gegeben.

 

Wurden beim Zellabstrich Auffälligkeiten und/oder Veränderungen festgestellt, ist eine weitere frühzeitige Abklärung bei speziell ausgebildeten Ärzten in eine Dysplasiesprechstunde zu empfehlen.

 

Diagnostik

Neben Gebärmutterhalsbereich und  Scheide beurteilen wir in unserer Dysplasiesprechstunde auch Schambereich mit Schamlippen sehr genau.

Mittels unseres hochmodernen Aufsichtmikroskop (Kolposkop) welches mit einer speziellen Vergrößerungsoptik ausgestattet ist, können Millimeter für Millimeter der Gewebeoberfläche optimal angeschaut und beurteilen werden. Zeitgleich ist es möglich die Bilder auf dem Monitor zu präsentieren und Gewebe- bzw. Gewebeveränderungen zu zeigen.

Diese spezielle Vergrößerungsoptik können wir sehr präzise und gezielt Gewebeproben entnehmen und zur weiteren feingeweblichen Untersuchung schicken.

 

Sprechstunde

Das Team aus speziell ausgebildeten Ärztinnen, ist besonders geschult, Gewebsveränderungen jeglicher Art zu erkennen und steht Ihnen mit Rat und Tat bei Seite zu.

Häufig werden Veränderungen gefunden, die keiner weiteren Therapie bedürfen und von alleine wieder verschwinden. Treten jedoch Gewebeveränderungen auf, die einer weiteren Therapie bedürfen, kann unter Umständen auch ein kleiner ambulanter Eingriff unter Vollnarkose notwendig sein.

 

Vereinbaren Sie gerne über das Sekretariat  der Klinik einen Termin in unserer Dysplasiesprechstunde.

 

Bitte folgendes zur Sprechstunde mitbringen:

- Überweisung zur Dysplasiesprechstunde

- neuesten Untersuchungsbefunde (aktuelle zytologische Befunde/PAP Abstrich, HPV Abstrich)

- ggf. Befunde von Voruntersuchungen oder Voroperationen.

Gynäkologisches Netzwerk

Ärztliches Leitungsteam

Leitung Gynäkologische Onkologie

Nicole Sigrist

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Leiterin Gynäkologisches Krebszentrum

 

Qualiifikationen

  • Gynäkologische Onkologie
  • Dysplasiesprechstunde
  • Minimal-Invasive Chrirugie (MIC II)
  • Psychoonkologie

 


 

 

 

Tumorkonferenz / Tumorboard

Jede Patientin des Gynäkologischen Krebszentrums wird in der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz / Tumorboard, an der alle Behandlungspartner teilnehmen, vorgestellt.

 

Dabei wird die an den aktuell gültigen wissenschaftlichen Leitlinien orientierte Therapie von allen gemeinsam abgestimmt und Behandlungsmaßnahmen beschlossen.

 

Der gesamte Krankheitsverlauf wird von der Diagnosestellung bis zu fünf Jahre nach Abschluss der Therapie dokumentiert, ausgewertet und analysiert.

Komplementäre Angebote

Wir verfügen über ein komplexes Netzwerk mit weiteren wichtigen Partner für die Sicherung des Behandlungserfolges. Dieses umfasst die

 

 

 

Hauptbehandlungspartner

Die Hauptbehandlungspartner des Gynäkologischen Krebszentrums Wesel am Evangelischen Krankenhaus sind: